„Wo sind denn hier eigentlich die Männer?“

Dieser Satz gepaart mit guter Körpersprache beim Ansprechen haben offenbar gewirkt. Und so wollte es das Schicksal, dass ich den Samstag abend mit zwei mir zuvor unbekannten und attraktiven Mädels verbringen sollte. Insgesamt gab‘ es beste Unterhaltung, ein Ortswechsel (ich mit den beiden Mädels, zwar nicht in meinem Arm aber immerhin an meiner Seite) und eine handfeste Telefonnummer.

Eigentlich war ich an diesem abend völlig müde und ausgepowert, dann habe ich mich aber mit einem kleinen Trick „in state“ versetzen können und die Wohnung gegen 23 Uhr doch noch verlassen. Nachdem ich erstmal eine Stunde wie ein streunender Köter umher gestreift war, eröffnete sich mir dann die Chance des Abends. Zwei blonde Mädels unterhalten sich alleine in der Nähe der Bartheke. Aus sicherer Entfernung beobachte ich die beiden unbemerkt. In meiner Hand halte ich ein Glas Leitungswasser, so wie ich das von einem meiner Mentoren gelernt habe. Ich sage mir: „Jetzt oder nie“ und bewege mich auf die beiden zu. Ich nehme schliesslich festen Augenkontakt mit den beiden auf. Ich achte auf eine offene und kerzengerade Körperhaltung und setze zu einem leichten (nicht übertriebenen) Lächeln an. „Hi, ihr seid mir gerade aufgefallen und ich habe mich gefragt warum hier keine Männer sind.“ – „Mmmhh, das haben wir uns auch schon gefragt!“ sagt die eine der beiden und schaut mich erwartungsvoll an. Und ich sage: „Ich kann nicht lange bleiben aber ich würde wirklich gerne wissen wieso zwei Frauen wie ihr keinen Freund habt, mmmhhh das kann ja nur an gravierenden charakterlichen Schwächen eurerseits liegen“ [ halb ernst, halb scherzhaft ] Die beiden lachen und ich steige ins Gespräch ein, nicht ohne ihnen nochmal zu sagen, dass ich nicht lange bleiben kann. Eine der beiden sagt irgendwann zu mir: „Du bist also von hier, dabei sprichst du gar nicht so wie die anderen hier. Da gibt sich aber einer gerade extra Mühe!“ woraufhin ich meine: „Doch nicht für Euch!“ und berühre eine der beiden leicht am Arm. Immer wieder zeige ich offen, dass ich es ihnen nicht recht machen will und ärgere bzw. necke sie gleichzeitig so gut ich kann.

Ich verschwinde für einige Zeit um mein Leitungswasser an der Bar auffüllen zu lassen. Etwas später komme ich zurück, schaue auf mein Handy und sage: „Tja, meine Freunde sind anscheinend schon weiter gezogen, wer hätte das gedacht? Naja, aber so ganz begeistert war ich von deren Idee noch in Xy-Laden zu gehen auch nicht. Und ausserdem habt‘ ihr mich die ganze Zeit hier aufgehalten.“ Wir unterhalten uns weiter und ich schlage irgendwann vor, dass wir noch in eine andere Bar gehen. Zustimmung der Damen. Ich sage, dass ich für ein Drink mitkomme, dann aber nach Hause gehen muss, weil ich am nächsten morgen noch was vorhabe.

In der zweiten Bar begrüsst mich der Besitzer persönlich, grinst über beide Ohren und sagt: „Hast du zwei Damen mitgebracht, sehr schön!“ Und ich sage mir: ‚Endlich bin ich auch mal der Typ, der mit zwei auffallend schönen Mädels irgendwo aufkreuzt und alle schauen mich mit grossen Augen an.‘ — Wir unterhalten uns noch eine Weile, tauschen unsere Nummern aus und ich verschwinde irgendwann wie beabsichtigt. Insgesamt ein schöner Abend und wieder mal habe ich ein paar wertvolle Dinge dazugelernt.

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